Die Geschichte wie eine junge Geschäftsfrau ihr Purpose mit NOVICA fand

Tatjana ist die Mitgründerin von NOVICA Europa und leitet seit 2019 das Geschäft für NOVICA in Europa. Sie hat einen Lebenslauf, den man typischerweise auf den Tischen der HR Abteilungen der großen Konzerne und erfolgreichen Startups finden würde: Business Studium an den renommiertesten Universitäten Europas, Managerpositionen in großen Kooperationen und Gründerin eines eigenen Startups. Doch die Welt der großen Paychecks und Business Class Flüge liegt hinter ihr. Mit veränderten Werten und einem neuen Bewusstsein für das Wichtige im Leben, nutzt sie heute ihre Businessfähigkeiten, um eine bessere, nachhaltigere Wirtschaft zu schaffen und dabei Kunsthandwerkern und ihren Gemeinden auf der ganzen Welt ein besseres Leben zu ermöglichen.

Catherine: Dein Lebenslauf lässt nicht unbedingt schlussfolgern, dass du im Social Impact Bereich tätig sein wirst. Wie kam es dazu, dass du nachdem du für große Kooperationen in den Metropolen dieser Welt gearbeitet hast, nun für NOVICA den europäischen Markt aus Berlin heraus aufbaust?

Tatjana: Um ehrlich zu sein, habe ich schon ziemlich früh in meiner Karriere gemerkt, dass da was nicht stimmig für mich war. Ich war unglücklich, obwohl ich ja eigentlich alles hatte, wovon ich als Business Studentin geträumt hatte. Unsere Arbeit nimmt für viele von uns den Großteil unseres Tages, und damit unseres Lebens, ein. Ich wollte mit meiner Zeit, etwas von Bedeutung schaffen. Ich habe mich angefangen täglich zu fragen ‘Ist das hier, das was ich mit meinem Leben machen möchte?’ Und die Antwort war immer häufiger ein ‘Nein’. Gleichzeitig wusste ich allerdings nicht, was ich denn machen möchte. Also tat ich das, was viele Millennials tun, wenn sie nicht mehr weiter wissen: Reisen. Ich ging auf Weltreise, durch Afrika, Indien, Bali. Und obwohl ich für mein Studium und meinen Job schon viel um die Welt gekommen bin, habe ich auf der Weltreise die Länder anders kennengelernt. Ich habe die Einheimischen getroffen mit ihnen gelebt und eine neue Realität verstanden. Natürlich wusste ich von der ungerechten Vermögensverteilung auf der Welt. Aber da habe ich am eigenen Leibe erfahren, wie ungerecht es ist, dass ich so viel Geld verdiente für Powerpoint Präsentationen bauen, während andere so wenig für wirklich harte Arbeit bekamen. So machte ich es zu meiner Mission, die Wirtschaft gerechter zu machen. Als ich dann zum Ende meiner Weltreise nach Kalifornien kam, habe ich Rob, NOVICAs CEO kennengelernt. Ich war sofort begeistert von NOVICA, von dem Team, der Mission Kunsthandwerkern aus Entwicklungsländern ein besseres Leben zu ermöglichen und dem Business Model. Und so haben wir beschlossen, NOVICAs Markt zu vergrößern und nach Europa zu expandieren, damit die Kunsthandwerker noch mehr ihrer Kunst verkaufen können und sich und ihren Gemeinden damit ein besseres Leben zu ermöglichen.

Catherine: Was genau ist das Besondere an NOVICA, was dich dazu bewegt hat, den europäischen Markt für NOVICA aufzubauen?

Tatjana: Da gibt es mehrere Gründe. Zunächst einmal hat mich natürlich das Business Model überzeugt. NOVICA ist ein For- Profit- Unternehmen, welches Gewinn damit erreicht, indem es in der gesamten Wertschöpfungskette einen positiven Impact erbringt. Von solchen Unternehmen gibt es leider immer noch viel zu wenige. NOVICA ist für mich ein Vorreiter und eine große Inspiration für eine neue Art des Wirtschaftens. Wir befinden uns gerade in einer Krisenzeit, in der die Wirtschaft, die Politik, und die Gesellschaft als Ganzes die Chance haben, eine Wirtschaftsweise durchzusetzen, bei der es keine Verlierer mehr gibt. NOVICAs Business Model ist ein Win-Win-Win Modell. Mit jedem Einlauf bekommt der Kunde ein wunderschönes Produkt, der Kunsthandwerker ein faires Einkommen, und NOVICA einen Profit. Diese Art des Wirtschaftens, wo es nur Gewinner gibt, möchte ich unterstützen und weiterbringen.

Außerdem, haben mich die Menschen hinter NOVICA und die gesamte Organisationskultur überzeugt. Jeder einzelne Mitarbeiter brennt für NOVICAs Mission und noch nie hat ein Mitarbeiter freiwillig NOVICA verlassen, das schon alleine spricht für sich. Bei NOVICA steht der Mensch im Mittelpunkt, sei es beim Business Model, wie auch bei der Organisationskultur.

Catherine: Wie siehst du die Rolle von Social Impact Organisationen und Startups in Europa?

Tatjana: Das Thema Sustainability und Social Impact ist ja seit einiger Zeit sehr präsent. Auch das ganze Thema Purpose wird überall diskutiert. Jedes noch so Umwelt-und Menschen- ‘Unfreundliche’ Unternehmen hat auf einmal ein Purpose Slogan, der sich unglaublich gut anhört, doch hinter dem oft nur heiße Luft steckt. In Europa gibt es ein paar Vorreiter Unternehmen, die Investments für Social Impact Startups sind allerdings leider noch viel zu gering, da die großen Investoren immer noch hauptsächlich auf einen größtmöglichen Profit aus sind. Ich finde es sehr überraschend, wie kurzsichtig viele Unternehmen und Investoren immer noch sind. Gen Z ist eine Generation von Greta Thunbergs, die man nicht einfach mit leeren Purpose Statements zufriedenstellen kann, sie wollen Fakten und Taten sehen. Das gesamte Konsum- aber auch Arbeitnehmerverhalten ändert sich. Diejenigen, die nicht schon gestern angefangen haben, ihre Organisationen Umwelt-und Menschenfreundlich zu gestalten, werden meiner Meinung nach, spätestens dann aufwachen, wenn Gen Z in den Arbeitsmarkt einsteigt und junge, qualifizierte Arbeitskräfte den positiven Einfluss des Arbeitgebers einem höherem Lohn vorziehen. Europa muss aufholen, auf allen Ebenen, Technologie, Social Impact, generell Innovation.

Catherine: Was möchtest du mit NOVICA Europa erreichen?

Tatjana: Ich möchte NOVICA zu einem Vorbildunternehmen in Deutschland und Europa machen, für Social Impact, wie auch für richtige Unternehmensführung, bei der stets der Mensch im Mittelpunkt steht. Zudem, baue ich auf das gewissenhafte Konsumverhalten der Europäer, denn je größer NOVICAs Markt wird, desto größer ist der positive Beitrag, den wir leisten können. Das schöne bei NOVICA ist, dass wir das gemeinsam mit unseren Kunden tun. Mit vollkommener Transparenz und Ehrlichkeit, kreieren wir gemeinsam eine bessere, nachhaltigere Wirtschaft, die eine gerechtere Vermögensverteilung ermöglicht. Ich hoffe, dass NOVICA anderen Organisationen und Startups als Inspiration dienen kann, als For-Profit- Unternehmen und mit einer Menschenzentrierten Organisationskultur erfolgreich zu sein.